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"Sunburnt, Hangover & Covered in Sand" -> 3 Tage Fraser Island

Nach einer erneuten Fahrt mit dem Greyhound Bus, in dem dieses Mal neben dem konstant nicht funktionierenden WLAN, auch die Steckdosen ihren Dienst verweigerten, kamen wir in Torquay an, einem kleinen aber nicht besonders schönen Ort direkt am Meer. Von dort aus sollte am nächsten Tag der lang ersehnte Ausflug nach Fraser Island beginnen. Wir checkten also ins "Palace Hostel" ein und erhielten kurze Zeit später eine Einführung, in der wir auf die dreitägige Tour vorbereitet wurden. Neben Tipps für die Fahrer der Jeeps, mit denen wir uns auf der Insel fortbewegen würden, bekamen wir Anweisungen zum Packen und zur Verpflegung, die wir in Torquay besorgen und dann in Eisboxen nach Fraser Island transportieren sollten. Somit taten wir uns mit einem Mädchen und einem Jungen aus Deutschland, einer Engländerin und einer Kanadierin zusammen, und besorgten zu 7. Frühstückssachen, Barbecue und Zubehör sowie jede Menge Toast und-natürlich- auch Goon. Laut einem der Tourguides war Fraser nämlich tagsüber ein Naturparadies, das sich abends in ein Goon-Paradies verwandelt und wer nach den drei Tagen nicht "Sunburnt, Hangover & Covered in Sand" wiederkäme, wäre nie auf Fraser Island gewesen. Nach dem Einkaufen gingen wir früh schlafen da wir am nächsten Tag um 6 Uhr planten aufzubrechen. Nachdem alles fertig organisiert war, ging es für uns und etwa 30 andere Backpacker los. Vor der Tür des Hostels warteten 4 große Toyota 4WD (4-Wheel Drive) Jeeps in denen wir neben der Verpflegung auch Rucksäcke und uns selbst unterbrachten. Nach kurzer Fahrt begaben wir uns auf eine Fähre und kamen 40 Minuten später auf Fraser Island an und bekamen von unserem Tourguide Sid strikte Anweisungen, wie wir uns zu verhalten hatten. Fraser Island hielt neben wunderschönen Seen und Orten unberührter Natur, auch tödliche Schlangen, Spinnen und nicht zuletzt die sogenannten Dingos bereit. Letztere sahen von weitem aus wie eine Mischung aus Hund und Fuchs und ohne Sids Erklärungen hätten wohl die meisten einen Dingo für ein harmloses oder sogar niedliches Tier gehalten. In Wirklichkeit handelte es sich aber um ein gefährliches Tier, dem man auf keinen Fall zu nahe kommen sollte. Mit einem leicht unguten Gefühl und offenen Augen fuhren wir auf Waldwegen aus Sand- asphaltierte Straßen gibt es so gut wie nicht auf Fraser Island- zum ersten See. Dieser wusste durch sein klares Wasser und schönen weißen Strand zu überzeugen und schnell war unsere Angst vor den Tieren vergessen. Der zweite Stopp war der sogenannte Red Lake, der zu aller Überraschung tatsächlich dunkelrotes Wasser enthielt. Angeblich würde man sich nach nur einer halben Stunde in diesem See 10 Jahre jünger fühlen, wovon wir allerdings nichts bemerkten. Mittags war es dann Zeit für die ersten Sandwichs, welche nur innerhalb eines abgesperrten Bereichs verzehrt werden durften. Sämtliche Essensreste mussten aufgehoben und in selbst mitgebrachten Müll Säcken entsorgt werden, da diese sonst Dingos angelockt hätten. Am Nachmittag liefen wir mit der Gruppe durch ein Stück Regenwald, ehe wir gegen frühen Abend unser Camp aufsuchten. Auch dies war abgesperrt mithilfe eines Metallzauns und einem elektrischen Zaun, welcher allerdings weder vor Schlangen noch vor Spinnen schützen konnte. Das Camp bestand auch nur aus 9 kleinen Zelten, einem per Plane überdeckten Tisch, einem Grill und zwei Kochplatten. Dafür war es direkt am Strand gelegen und dort genossen wir den Sonnenuntergang und einen Himmel der innerhalb weniger Minuten verschiedenste Farbtöne einnahm. Schwimmen im Meer war leider verboten, da sich rund um die Insel überall Haie und auch gefährliche Quallen aufhalten. Nach unserem Abendessen welches aus Burgern bestand, erfreuten sich sämtliche Teilnehmer ihren mitgebrachten Getränken und wir brachten den Abend mit Trinkspielen-inspiriert von Sid- zu einem gelungen Abschluss.Die Nacht überstanden wir unbeschadet und wurden am nächsten Morgen von Sid, der mit lauter Musik zwischen den Zelten entlang stürmte, viel zu früh geweckt. Nach einem Frühstück machten wir uns mit dem Jeeps auf den Weg zur sogenannten "Eli Creek", welcher in der Umgangssprache eher als Hangover Lake bezeichnet wird. Für uns und den Rest der Gruppe genau das Richtige und wir ließen uns mehrmals im knietiefen Wasser von der Quelle bis runter zum Meer einfach treiben. Danach ging es uns erheblich besser und wir entschieden uns dazu, in zwei kleinen Privatflugzeugen mit je 7 Sitzen einen Rundflug über die Insel zu machen. Neben schönen unberührten Dünen, einsamen Seen und jeder Menge Regenwald, flogen wir auch über das klare Wasser des Pazifik. Die uns vorher versprochenen Delfine und Haie blieben allerdings aus und ein wenig ernüchtert landeten wir nach etwa 15 Minuten wieder am Strand. Sid führte uns weiter im Jeep am Strand entlang bis zu einem alten Schiffswrack. Dieses stammte aus dem ersten Weltkrieg und wurde von japanischen U-Booten größtenteils zerstört und Jahre später an der Küste von Fraser Island angeschwemmt. Wir waren alle sehr beeindruckt und nur widerwillig setzen wir uns wieder ins Auto, was mit der Zeit wirklich anstrengend wurde, da Teile der Strecken extrem steinig und uneben waren. Nichtsdestotrotz ging es weiter zum Indian Head, einem Aussichtspunkt mit steilen Klippen, wo wir Fotos machten und einige Delfine sichten konnten. Zum Abschluss des Tages besuchten wir noch die sogenannten Champagne Pools. Dabei handelte es sich um natürlich entstandene Becken direkt am Meer, die Hai- und Quallenfrei waren und in denen man perfekt das Meer beobachten konnte. Nach diesem anstrengenden Tag, der für uns allerdings zahlreiche schöne Orte und viele Erinnerungsfotos mit sich brachte, ging es zurück ins Camp. Der Abend gestaltete sich ähnlich wie der Erste und bis auf einige Dingos am Strand, welche sich aber in ausreichender Entfernung bewegten, verlief auch diese Nacht überraschend ruhig. Der letzte Tag auf Fraser Island hielt für uns nochmal ein echtes Highlight bereit: der Lake McKenzie. Zwar hatten wir in den letzten Tagen schon den ein oder anderen wirklich schönen See gesehen, aber mit der Klarheit von diesem konnte nichts was wir bisher kannten, mithalten. Unter Wasser konnte man mit bloßem Auge problemlos meterweit gucken und auch vom wunderschönen Sandstrand aus erschien das glitzernde türkise Wasser so gut wie durchsichtig. Wir verbrachten die komplette Zeit im Wasser und erneut fiel uns der Abschied extrem schwer. Zum Abschluss des Ausflugs machten wir Halt beim Kingfisher Bay Resort, von wo aus wir noch ein letztes Mal über extrem hügelige Strecken schließlich an der Fähre ankamen. Zurück im Hostel sprangen wir alle dankbar unter die lang ersehnte Dusche, entsandeten uns und verbrachten den Rest des Abends in der Hostel Lobby mit vielen unserer neu gewonnen Freunde. Überraschenderweise waren die Worte des Tourguides wirklich wahr geworden doch nichtsdestotrotz war es für uns bis hierhin sicherlich eine der besten Erfahrungen auf der Reise überhaupt.
12.4.16 11:05
 
Letzte Einträge: Letzter Stopp in Thailand, SYDNEY🇳🇿, Byron Bay, Brisbane,Noosa und das Bushcamp, Der letzte Ausflug in Airlie Beach


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